Gishwati-Mukura Nationalpark: Rwandas juengster Nationalpark
Der Gishwati-Mukura Nationalpark ist der juengste und gleichzeitig kleinste Nationalpark Rwandas. Er wurde 2015 offiziell ausgerufen und umfasst zwei getrennte Waldgebiete: den Gishwati-Wald im Westen und den Mukura-Wald im Zentrum des Landes. Zusammen bilden sie einen der wichtigsten Regenwaldlebensraeume Rwandas und beherbergen eine bemerkenswerte Artenvielfalt.
Lage und geografische Merkmale
Der Gishwati-Wald liegt im Nordwesten Rwandas auf den Huegeln der Kongobecken-Nilteilung. Er erstreckt sich ueber rund 1400 Hektar auf Hoehen zwischen 2000 und 2800 Metern. Der Mukura-Wald liegt weiter oestlich und umfasst etwa 1985 Hektar. Beide Waldgebiete liegen im rwandischen Hochland und werden durch intensive Landwirtschaft voneinander getrennt. Die Verbindung zwischen den beiden Waldstuecken ist ein langfristiges Naturschutzziel der rwandischen Behoerden.
Wildtiere und Biodiversitaet
Trotz seiner geringen Groesse beherbergt der Gishwati-Mukura Nationalpark eine erstaunliche Vielfalt an Wildtieren. Die bekanntesten Bewohner sind Schimpansen — eine Gruppe von etwa 20 bis 30 Individuen lebt im Gishwati-Wald und kann im Rahmen gefuehrter Trekkingtouren beobachtet werden. Neben Schimpansen gibt es im Park auch Goldene Affen, Rotroten Colobusaffen, Mongoose und verschiedene Schlangenarten. Die Vogelwelt ist mit ueber 60 Arten bemerkenswert vielfaeltig. Besonders interessant sind die Albertine-Rift-Endemiten wie der Rotbauch-Glanzstar und verschiedene Nektarvoegel.
Schimpansen-Trekking in Gishwati
Das Schimpansen-Trekking ist die Hauptattraktion des Gishwati-Mukura Nationalparks. Eine kleine aber habituierte Schimpansengruppe lebt im Gishwati-Wald und kann von Besuchern aufgesucht werden. Das Trekking wird von erfahrenen Guides und Rangers begleitet und dauert je nach Aufenthaltsort der Schimpansen zwischen einer und vier Stunden. Im Vergleich zum Schimpansen-Trekking im Kibale-Nationalpark in Uganda ist das Erlebnis in Gishwati kleiner und weniger touristisch erschlossen, bietet aber dafuer eine sehr persoenliche und authentische Begegnung mit den Tieren.
Naturschutzgeschichte und Wiederaufforstung
Die Geschichte des Gishwati-Waldes ist eine Geschichte von Zerstoerung und Wiedergeburt. Waehrend des Voelkermords von 1994 und in den Nachkriegsjahren wurde der Wald massiv gerodet — mehr als 80 Prozent des urspruenglichen Waldbestandes wurden vernichtet, als Millionen von Fluechtlingen in die Region stroemen und Land fuer Landwirtschaft und Siedlungen benoetigen. Seit 2001 laufen intensive Wiederaufforstungsprogramme, unterstuetzt von internationalen Naturschutzorganisationen wie der Wildlife Conservation Society. Der Entscheid, das Gebiet zum Nationalpark zu erheben, war ein bedeutsames Signal fuer das internationale Engagements Rwandas im Bereich Naturschutz.
Anreise und praktische Informationen
Der Gishwati-Wald liegt etwa 70 Kilometer von Musanze (dem Eingangstor zu den Gorilla-Trekkings im Volcans-Nationalpark) entfernt. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden auf gut ausgebauten Strassen. Vom Kigali International Airport benoetigt man etwa drei Stunden. Gishwati-Mukura laesst sich gut mit einem Besuch des Volcans-Nationalparks verbinden. Viele Reisende integrieren Gishwati als Zusatzaktivitaet in ein Rwanda-Safari-Programm, das auch das Gorilla-Trekking umfasst. Kontaktieren Sie uns fuer individuelle Reiseprogramme, die Gishwati-Mukura und andere Nationalparks Rwandas einschliessen.
